Barbecue und Burger
Die wichtigste Zutat beim Kochen ist Leidenschaft

No Knead Bread - Brot ohne Kneten

Des öfteren habe ich bereits das "sogenannte" Brot ohne Kneten gebacken, aber noch nie in der eckigen Kastenform von Petromax, der K4.

Im Grunde das gleiche wie ein runder oder ovaler Gusseisentopf.

Aber die Form sollte man mal für Brot ausprobieren, denn Spass macht es, darin ein Brot zu backen. Beim Brot ohne Kneten wird im Original-Rezept nur lauwarmes Wasser, Mehl, Salz und Trockenhefe verwendet. Minimalistischer und einfacher kann ein Rezept nicht sein, daher finde ich das Ergebnis immer wieder - nach Jahren noch und unzähligen Broten - faszinierend. Also hier das Rezept für das vielleicht einfachste Brotrezept überhaupt.

Brauche ich unbedingt einen Gusseisentopf?

Nein, ein normaler ofenfester Topf reicht auch, aber in Gusseisen wird das Brot einfach besser.


Zutaten:

Da es sich um ein amerikanisches Rezept handelt gebe ich hier die Mengen aus dem Originalrezept an. Aber man sich die Daten auch umrechnen.

Eine Umrechnungstabelle findet ihr hier.

3 cups Weizenmehl (z.B. 550iger)

¼ teaspoon Trockenhefe

1 ¼ teaspoons Salz

1 ½ cups warmes Wasser



Für die Petromax Kastenform K4 kann man die Zutaten verdoppeln !!!

Zubereitung:

1. Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlich verrühren. Die Schüssel sollte gross gewählt werden, da sich der Teig locker verdoppelt !!!

2. Jetzt das lauwarme Wasser dazugeben und alles locker verrühren. Am besten nimmt man dafür den Stiel eines Holzlöffels oder ein ähnliches Gerät, damit man sich nicht ewig die Hände putzen muss. Der Teig sollte auf keinen Fall geknetet werden!!! Je weniger man den Teig rührt, je lockerer wird das Brot.

3. Jetzt sollte der Teig für mindestens 12 Stunden bei Zimmertemperatur in Ruhe gelassen werden. Ich lasse ihn immer für 24 Stunden stehen. Je länger um so geschmackvoller wird das Brot. So sieht er nach 12 Stunden aus.

4. Nach 24 Stunden sollte der Teig so aussehen.

5. Arbeitsfläche bemehlen ...

6. ... man kann schon einmal die Kastenform in den Herd geben und den Herd auf 500 Grad / 260 Grad aufheizen. Das sollte ruhig eine Zeit dauern, damit die Gusseisenform richtig heiss ist. Die Form wird nicht eingefettet, da bei diesen Temperaturen das Brot nicht anhaftet.

7. So, jetzt können wir uns die Hände einmehlen und den Teig aus der Schüssel auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen.

8. Den Teig jetzt falten wie einen Brief, einmal von links in die Mitte, einmal von rechts in die Mitte und Hälfte auf Hälfte. Nicht ärgern, der Teig ist unter Umständen sehr feucht und das Falten geht nur schwer. Also immer etwas Mehl bereithalten. Ein Teigschaber kann hier eine grosse Hilfe sein. Aber man soll auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Da wo die Falten sind (also die offene Seite), daß nennt man Schluss. Dieser sollte wenn möglich unten liegen. Mit einem Geschirrtuch abdecken und mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

9. Nach dem der Teigling geruht hat, kann man die heisse Gussform aus dem Ofen nehmen und den Deckel abnehmen.

Tipp: Ich kann es nicht oft genug sagen, die Gussform hat eine Temperatur von 260 Grad !!! Ohne Ofenhandschuhe und Konzentration geht hier gar nichts. Ein paar Topflappen sind hier ungenügend, zumal man auch schnell arbeiten muss. Schon die kleinste Berührung mit nackter Haut sorgt für eine lange Erinnerung an dieses schöne Brot.

10. So jetzt den Teigling in die Kastenform stürzen, optimal wäre es wenn der Boden (Schluss) jetzt oben liegt.

Nicht vergessen die Ofenhandschuhe wieder anzuziehen, die Kastenform ist immer noch verdammt heiss !!!

So, nachdem ihr die Handschuhe wieder anhabt, könnt ihr die Form etwas schütteln um das Brot in die richtige Form zu bringen. Danach Deckel drauf und alles wieder in den Ofen schieben.

11. Jetzt lasst Ihr alles für 30 - 40 Miuten mit Deckel im Ofen.

12. Anschliessend für ca. 20 Minuten ohne Deckel weiterbacken, damit es schön knusprig wird. Bei den Backzeiten muss man variabel sein, da jeder sein Brot anders mag.

13. Das Brot muss mindestens eine Stunde abkühlen. Sollte die Verlockung noch so gross sein, habt Gedult, damit sich die Krume und die Kruste Zeit haben sich besser zu verbinden.

14. Und das erwartet euch, wenn ihr alles richtig gemacht habt.

Fazit:

Ein einfaches Rezept, bei dem Mann sich als engagierter Bäcker mit dem gewohnten kneten zurückhalten muss, und die Natur die Arbeit machen lässt. Als Ergebnis bekommt man ein hammermässiges Kastenweissbrot, das einfach traumhaft ist. Wenn man zum Grillen geht oder Gäste zum Grillabend geladen hat, ist es das perfekte Brot für die Kräuterbutter. Auch mit Butter und Marmelade oder Nutella macht das Brot eine starke Figur.

Aufgrund der vielseitigen Einsatzfähigkeit und der Zurückhaltung, was die Geschmacksnoten angeht, kann man nur sagen, dieses Brot ist ein "Everybody's Darling" und verdient eine volle 10 von 10.

Wie soll man das Handycap der Zubereitung eines Brotes bewerten, das einerseits einfacher als jedes andere Brot zu machen ist und andererseits hier mit fast glühendheissen Gusstöpfen handiert werden muss. Vielleicht ist eine 4 von 10 am Gerechtesten. Wenn ihr das Brot erst zigmal gebacken hat, fällt die technische Herausforderung auf 1 von 10. Man kann bei diesem Brot viel experimentieren (Mehlart, trockenen Sauerteig hinzufügen, etc.), der Ablauf bleibt immer der gleiche.

Tipp: Zum Schluss noch eine Bemerkung, die Gussform in der ihr das Brot backt ist letztendlich egal, nur das Fassungsvermögen sollte entsprechend der Teigmenge sein und vor allem muss die Form für die sehr hohen Temperaturen geeignet sein. Oft haben die Töpfe ofenfeste Griffe, die aber nur 230 Grad vertragen.