Barbecue und Burger
Die wichtigste Zutat beim Kochen ist Leidenschaft

Feijoada - Brasilianischer schwarze Bohnen Eintopf

Man muss eigentlich nur blind mit dem Finger auf die Landkarte tippen, egal welches Land man trifft, eine leckere Suppe oder einen Eintopf haben sie alle. Diesmal hat es Brasilien getroffen und hier gibt es als Traditionsgericht die Feijoada. Einen Bohneneintopf aus den schwarzen brasilianischen Bohnen und natürlich mit Fleischeinlage zweierlei. Rindfleisch und einer Wurst der Chorizo nicht unähnlich. Eintöpfe sind in fast jedem Land Speisen der armen Leute und sind daher logischerweise mit Zutaten zubereitet, die dort reichlich vorkommen oder sehr preiswert sind. Die schwarzen Bohnen sind dort reichlich vorhanden und preiswert. Beim Fleisch und der Wurst sieht es etwas anders aus. In die Feijoada kommt traditionell das Fleisch, was eher übrig bleibt. Rindfleisch kommt als getrocknete und gesalzene Variante in die Feijoada und ist eher nicht das beste vom Rind. Vom Schwein kommen auch die Reste, z.B. Schweineschnauze,- Ohren,- Schwanz und auch Schwarte und Bauchfleisch in den Eintopf. Halt alles was wenig, oder nichts kostet. Ihr könnt euch vorstellen, daß das eine sehr fettige Angelegenheit ist. Da auch bei uns das "Arme-Leute-Essen" über die Jahrhunderte und Jahrzehnte eine Veränderung durchgemacht hat und die Rezepte an heutige Essgewohnheiten angepasst wurden, hat Brasilien da keine Ausnahme gemacht. Man findet Rezepte, die mit besseren Zutaten aufgewertet wurden.

Die Feijoada, egal mit welchen Zutaten sie gemacht wird, hat noch immer die Ursprünglichkeit eines einfachen und rustikalen Eintopfs behalten. Begleite mich für einen Moment an die Copa Cabana, und sieh Dir mal mein Rezept von der Feijoada an.

Zutaten:

  • 400 g brasilianische schwarze Bohnen
  • 500 g Rinderschmorbraten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Orange
  • 4 kleine Zwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 4cl Cachaca
  • 1 Teelöffel Rauchpaprika
  • Salz (optional)
  • 2 Teelöffel frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Lorbeerblatt
  • 300 g pikante Chorizo
  • etwas Butterschmalz


Zubereitung:

1. Zu Anfang werden erst einmal die Bohnen mit reichlich kaltem Wasser gespült und dann über Nacht in Wasser eingelegt, damit sie weich werden.

2. Am nächsten Tag werden die Zwiebeln in halbe, nicht zu dicke Zwiebelringe geschnitten.

3. Nun wird der Knoblauch fein gewürfelt

4. Das Rindfleisch wird in ca. 3 cm Würfel geschnitten und gründlich mit frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt.

 5. Die Orange wird geschält, filettiert und klein geschnitten.

6. Die Bohnen werden noch einmal gründlich mit Wasser abgespült.

7. Jetzt kommt das Butterschmalz - bei hoher Hitze - in den Topf. Sobald das Butterschmalz geschmolzen ist, kommen die Zwiebeln dazu und werden unter ständigem Rühren gebräunt. Anschliessend den Knoblauch dazu geben.

8. So sollte das Ganze dann aussehen. Die Zwiebeln sollten wie Röstzwiebeln gebräunt sein, nicht schwarz.

9. Jetzt kommen die Bohnen in den Topf

10. Die kleingeschnittenen Orangenfilets kommen dazu.

11. Das Lorbeerblatt, den Cachaca und soviel Wasser kommen in den Topf, das alles gut bedeckt ist.

12. Die Chorizo in Scheiben schneiden.

13. Das Rindfleisch in den Topf geben und evtl. soviel Wasser dazu geben, daß das Rindfleisch mit Wasser bedeckt ist. Alles einmal aufkochen und anschliessend bei geringer Hitze für 1,5 Stunden zugedeckt köcheln lassen.

14. So sieht das ganze nach 1,5 Stunden aus.

15. Nun die Chorizo dazu geben und das ganze nochmal für 1,5 Stunden mit Deckel köcheln lassen.

16. Jetzt kann man noch mit Salz abschmecken, den Rauchpaprika dazugeben, Pfeffer dürfte genug im Eintopf sein. Man kann das Ganze noch ohne Deckel köcheln lassen, je nach dem wie man die Konistenz mag. Ich habe es noch eine Stunde ohne Deckel köcheln lassen und der Bohneneintopf ist ordentlich eingekocht.

17. Fertig ist Feijoada und kann serviert werden.

18. Guten Appetit !!! oder besser Bom Apetite !!!


Fazit:

Mannometer, ist das lecker ! Mann muss sich schon etwas Zeit lassen für die Feijoada, um zu so einem tollen Ergebnis zu kommen. Meine erste Assoziation war, das schmeckt ja genau so gut wie ein erstklassiges texanisches Chili. Am nächsten Tag war der Bohneneintopf sogar noch besser, wie bei jedem guten Bohneneintopf. Evtl. kann man dann noch etwas Wasser zugeben, denn die Bohnen dicken ganz schön nach.

Das Fleisch war butterzart. Erstaunlich wie dunkel und geschmackvoll alles geworden ist, ohne das die Chorizo oder das Fleisch angebraten worden ist. Die einzigen Röstaromen kommen von der Zwiebel. Sehr neu war die pfeffrige Schärfe, anders als die klassische Chilischärfe, aber auch sehr gut. Durch die Bohnen ist das ganze schön sämig, halt wie ein guter Eintopf.

Als Beilage isst man normalerweise Farofa, eine rühreiartige Masse aus Fett und Maniokmehl. Aber hier gibt es tausende Rezepte, mit Gemüse, Speck oder Kräutern und auch Ei. Aber Grundlage ist immer Fett und Maniokmehl. Frisches Brot schmeckt aber auch sehr gut dazu oder einfach ohne alles.

Tja, wie soll ich als Eintopf-Fan so etwas bewerten? Du ahnst es wohl schon, natürlich eine 10 von 10. Etwas anderes kommt gar nicht in Frage.

Technisch ist mal wieder Schnibbelarbeit angesagt. Knackpunkt ist bei diesem Rezept, daß die Bohnen lange genug eingeweicht werden und daß die Zwiebeln beim Anrösten nicht verbrennen. Der Rest macht sich von selbst.

Daher ein Handycap mit 3 von 10.